Die Niedertemperaturturbine ist ein neuartiges Konzept einer Wärmekraftmaschine, die elektrische Energie aus Abwärme erzeugt, die bisher als „zu kalt“ galt.
Sie arbeitet bereits ab einer Temperatur von 60 °C der Temperaturquelle und erschließt damit ein Energiepotenzial, das ORC‑ oder Kalina‑Anlagen nicht nutzen können.
Die Abmessungen des hier dargestellten "Proof of Concept" Modells betragen:
Höhe = 5110 mm
Länge = 4340 mm
Breite = 3432 mm
Die NT‑Turbine basiert auf einem geschlossenen, unter Druck stehenden Gaskreislauf (bevorzugt Wasserstoff). Der thermodynamische Prozess wird durch drei Hauptkomponenten realisiert:
Die Funktionsweise entspricht den Ansprüchen des erteilten Patents EP 2 932 055. Die Druckerhöhung im Erhitzer wurde durch eine CFD‑Simulation bestätigt.
In Deutschland entstehen jährlich große Mengen industrieller Abwärme im Bereich von 40–80 °C. Diese Energie wird heute überwiegend ungenutzt abgeführt.
Überall dort, wo Wärme weggekühlt wird, kann die NT‑Turbine Strom erzeugen.
Typische Abwärmequellen:
Die NT‑Turbine ist skalierbar. Sie kann sowohl in kleineren dezentralen Anwendungen als auch in größeren industriellen Systemen eingesetzt werden.
Rechenzentren erzeugen kontinuierlich nutzbare Niedertemperaturabwärme. Dabei entstehen zwei unterschiedliche Wärmequellen, die sich für die NT‑Turbine eignen:
Abwärme aus flüssiggekühlten Servern
Moderne Hochleistungsrechenzentren setzen zunehmend Flüssigkühlung ein. Die dabei abgeführte Wärme liegt typischerweise im Bereich von 50–70 °C und steht stabil und dauerhaft zur Verfügung. Diese Temperaturen können direkt in den Erhitzer der NT‑Turbine eingespeist werden.
Quelle: ASHRAE TC 9.9 – Thermal Guidelines for Data Processing Environments; Open Compute Project (OCP) – Liquid Cooling Specifications, 2023/2024.
Abwärme aus Energieerzeugungsanlagen Viele größere Rechenzentren betreiben eigene Gasturbinen oder Blockheizkraftwerke. Deren Kühlwasser liefert Temperaturen von 60–90 °C, nachgeschaltete Abgaswärmetauscher erreichen 80–120 °C. Beide Quellen bieten ein kontinuierliches und gut nutzbares Wärmeniveau.
Quelle: Umweltbundesamt (UBA) – Energieeffizienz in Rechenzentren, 2023; Bitkom – Branchenbericht Rechenzentren in Deutschland, 2024.
Marktzahlen zu Rechenzentren
Deutschland
Quelle: Bitkom – Branchenbericht Rechenzentren in Deutschland, 2024.
Europa
Quelle: Uptime Institute – Global Data Center Survey, 2024.
Weltweit
Quelle: Uptime Institute – Global Data Center Survey, 2024.
Geplante / im Bau befindliche Rechenzentren
Quelle: Uptime Institute – Data Center Development Outlook, 2024.
Synergie mit Photovoltaik
Photovoltaikmodule verlieren bei hohen Temperaturen an Effizienz. In warmen Ländern erreichen Modultemperaturen über einen langen Zeitraum oft 60–75 °C.
Die Effizienz sinkt mit steigender Modultemperatur. Typisch sind –0,4 bis –0,5 % pro °C über 25 °C. Das bedeutet einen Effizienzverlust der Zelle von 16% bei einer Zelltemperatur von 65°C.
Quelle: Sustainability (MDPI), 2024 – „Impact of Temperature on the Efficiency of Monocrystalline and Polycrystalline Photovoltaic Panels"
Dies führt zu einem doppelten Vorteil:
Abwärme aus Wasserstoff‑Elektrolyse
Bei der Elektrolyse zur Wasserstoffproduktion entsteht Niedertemperatur‑Abwärme im Bereich von etwa 60 °C. Dieses Anwendungsfeld wird in Zukunft an Bedeutung gewinnen.
|
Thermodynamische Eckdaten des "Proof of Concept" Modells |
|||
|
P nutz th th in kW |
η th th in % (mit Rekuperation) |
Temperatur der Temperaturquelle in °C |
Temperatur der Temperatursenke in °C |
|
4,3 |
Nahe des Carnotwirkungsgrads von 13 % |
60,0 |
17,0 |
• Konstruktionsentwurf des „Proof of Concept Models“ ist mit einem Reifegrad von ca. 70% abgeschlossen
• Materialauswahl steht im Wesentlichen fest
• Auskonstruktion der Bauteilkomponenten folgt
• CFD Simulation bestätigt die Druckerhöhung im Erhitzer
Für mehrere Schlüsselkomponenten ist eine weitere technische Zusammenarbeit mit spezialisierten Zulieferern vorgesehen. Die Detailauslegung erfolgt gemeinsam, um Fertigungstechnologien, Materialeigenschaften und sicherheitsrelevante Anforderungen optimal zu integrieren.
Hinweis: Neben dem beschriebenen Kreisprozess existieren interne technische Voraussetzungen, die aus patentrechtlichen Gründen nicht öffentlich dargestellt werden. Die Funktionsfähigkeit und die zuvor beschriebenen technischen Aussagen bleiben davon vollständig unberührt.
Die Wirtschaftlichkeit der NT‑Turbine hängt stark vom jeweiligen Einsatzfeld ab. Die folgenden Zielgruppen profitieren besonders von der Nutzung von Niedertemperatur‑Abwärme:
1. Energiegenossenschaften
Energiegenossenschaften suchen nach stabilen, risikoarmen Technologien mit hoher Laufzeit und planbaren Erträgen. Die NT‑Turbine bietet:
Damit eignet sie sich ideal für genossenschaftliche Projekte mit langfristiger Rendite.
2. Energieversorgungsunternehmen (EVU) und Stadtwerke
EVUs profitieren von:
Die NT‑Turbine kann als Abwärme‑Strommodul in bestehende Anlagen integriert werden.
3. Industrie mit kontinuierlicher Abwärme
Typische Branchen:
Vorteile:
4. Betreiber von Biogas‑ und BHKW‑Anlagen
Biogas‑ und BHKW‑Anlagen erzeugen große Mengen Niedertemperatur‑Abwärme. Die NT‑Turbine ermöglicht:
5. Kommunale Energieprojekte
Kommunen profitieren von:
6. Hochschulen und Forschungsinstitute
Für Forschungseinrichtungen und Hochschulen ist die NT‑Turbine interessant als Kooperationspartner für Projekte im Rahmen von verschiedensten Programmen wie z. B.
Hinweis: Eine detaillierte Wirtschaftlichkeitsanalyse befindet sich auf der separaten Seite „Wirtschaftlichkeit“.